Zazai

Mensch, Heimat, Leben

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Manche meinen Islam wäre in der Krise.
Die anderen gehen bei ihrer Kritik noch weiter und zhlen Islam zu den Religionen des Mittelalters .
Es gibt welche, die Anwendung der Gewalt und Frauenrechte in Islam kritisieren.
Und sehen in Islam eine Gefahr für die westliche Lebensweise. Natürlich bestehen Kritikpunkte,
man muss sie aber bei den Muslimen suchen, nicht in Islam.
Überheblichkeit, Nichtachtung, Unwissenheit sind die Begriffe, die mir für die Veralgemeinerung einfallen.
Schade, dass nicht alle sich Mühe geben, wie Goethe, auch von anderen zu lernen:
Goethe schrieb an Herder in Juli 1772:
Ich möchte beten wie Moses im Koran: ″Herr, mache mir Raum in meiner engen Brust!″

Auf der anderen Seite sind Menschen, die im Namen des Islams jede Gewalt legalisieren.
Haben sie im Koran folgende Stelle übersehen oder ignoriert:
»Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Aggression! Allah liebt die Aggressoren nicht« (Koran: al-Baqara 2/190).

Natürlich sind auch positive Fälle zu erwähnen:
Tausende, die Islam als Erklärung ihres Daseins, als Beleuchtung ihrer Seele und ihrer Moral, als Mittel für den friedlichen Übergang aus dieser Welt sehen. In Sure Nur heißt:
Gott ist das Licht des Himmels und der Erde. Sein Licht ist wie die Nische einer Mauer, in der eine Lampe brennt in einem Glas, das funkelt wie ein Stern. Mit heiligem Öl von einem Ölbaum leuchtet sie wie Er, der ohne Anbeginn und ohne Niedergang ist: es leuchtet, ohne angefacht zu sein. Licht über Licht! Gott führt seinem Licht zu, wen er will.


Ich bin Allah sehr dankbar dafür, dass Ich zu der letzten Gruppe gehöre.
Die Frage, warum viele den Koran und Mohammad (s) falsch verstehen,
hat mich immer beschäftigt.


Kurze Geschichte des Islams

In der zweiten Sure des Koran sind diese Worte zu finden: »Geleitet von Abraham hatten die Menschen an den einen, einzigen und allmächtigen Gott geglaubt. Als sie zu irren begannen, schickte Gott Propheten.« Ihren Offenbarungen gelang es allerdings nicht, die Irrungen zu korrigieren - im Gegenteil, die Menschen benutzten die Offenbarungen, um die Unterschiede zwischen den religiösen Richtungen deutlicher zu machen. Die Juden beriefen sich auf ihr Buch, die Christen hörten auf die Worte des Messias. Um Worte und Begriffe wurde gestritten, um Definition der Gottesvorstellung. Die Mahner verstummten schließlich, die daran erinnern wollten, dass beide Religionsbewegungen eigentlich vom gleichen Gott abhingen. Die Kluft wurde immer tiefer zwischen Juden und Christen. Gott erkannte die Hilflosigkeit der Menschen; sie konnten sich nicht von der Blindheit in Glaubensdingen befreien. Um die Menschen auf den rechten Weg zurückzubringen, schickte er ihnen Mohammad (s), damit er die Wahrheit verkünde. Damit die Zweifel ausgelöscht werden, war diesem Propheten aufgetragen, nur die Worte zu offenbaren, die ihm von Gott eingegeben wurden. Verboten war es Mohammad (s), irgendein Wort den göttlichen Sätzen hinzuzufügen. Keine menschliche Äußerungen sollte im Koran zu finden sein. Die Evangelien berichten von Äußerungen Christi - Gott wird mit den Worten Christi dargestellt. Mohammad (s) aber durfte keine Erklärungen und keine Interpretation in den Koran einfügen. Dort sollte nur, rein und klar, das Wort Allahs(j) zu finden sein. Mohammad (s) hatte von Allah den Befehl bekommen »Sprich!«. Er sprach nach, was ihm von der höchsten Autorität vorgesagt wurde: »Mohammad spricht nicht, was bloße Lust ihm eingibt. Sondern nur Allahs Offenbarung ist es, die ihm zuteil geworden ist. Die Mächtige und Starke hat ihn alles gelehrt. So wurde er zum vollkommenen Propheten. » Das von Mohammad übermittelte Buch, der Koran, erhielt durch die Ausschaltung des menschlichen Einflusses auf den Text eine besondere Qualität als Gesetzbuch, als Leitfaden für alle Menschen. Da der Koran Gottes Wort enthält, sind ihm Verirrungen fremd. Der Koran ist dem Buch des Himmels nachgebildet und damit so ewig wie Gott selbst. Allah (j) gibt die Order »Sprich!« und lässt sagen, wer sein Sprecher ist: »Ihr Menschen, wahrlich, ich bin der Gesandte Allahs, geschickt zu euch allen. Er ist Herr über die Himmel und die Erde, und außer ihm gibt es keinen Gott. Er gibt Leben und Tod. Glaubt daher an Allah und an seinen Gesandten. Ihm folgt, damit ihr recht geleitet seid.« Die Bereitschaft zu Offenbarung entstand im Gehirn und im Herzen des Mohammed (s) aus der Sorge heraus, den Menschen der arabischen Halbinsel sei bisher das Buch, die göttliche Offenbarung, vorenthalten worden. Mohammad (s) hatte Angst, dass die Angehörigen der arabischen Stämme am Tag des Jüngsten Gerichts unvorbereitet und ungewarnt Gott gegen&252bertreten müssten. Andere Völker waren auf Gott als den Richter hingewiesen worden; sie konnten sich informieren, welche Gesetze Gott anwenden wird, wenn er sein Urteil spricht über die Menschen. In den Wüstenoasen aber lebten die Araber, versunken in Unwissenheit, im Aberglauben - ohne eine Ahnung von Gott. Diese Sorge trieb Mohammad (s) hinaus vor die Stadt Mekka, auf einen trockenen, staubigen Hügel. Dort verbrachte er viele Stunden allein in gespannter Erwartung - Gott konnte das Volk der Araber nicht vergessen haben. Die Offenbarung traf ihn trotz der Erwartung als Überraschung. Dass er Einblick bekommen sollte in das Buch des Himmels, in dem die Ordnung der Welt vermerkt ist, damit hatte Mohammad (s) nicht gerechnet. Er lernte die Allmacht kennen, die durch nichts eingeengt und beschränkt war. Diese Allmacht löste Schrecken aus und zeigte doch Güte und Barmherzigkeit. Vom Menschen wurde Unterwerfung verlangt - auf arabisch gab es für diesen Begriff das Wort »Islam«. Die Allmacht Gottes, selbst unbeschränkt, konnte sich nicht damit begnügen, eine arabische Religion allein für die Araber zu offenbaren. Allah verlangte, dass die Offenbarung allen Menschen zugänglich gemacht werde. Die islamische Überlieferung sagt, Allah selbst habe Mohammad (s) wissen lassen, dass er den Osten, den Westen, den Süden und den Norden dem Islam öffnen werde, dass die ganze Welt von diesem wahren Glauben beherrscht werden müsse. Zunüchst aber wollten nicht einmal die nächsten Verwandten des Propheten, die Mitglieder der Großfamilie Koraisch, Allahs Weisungen kennenlernen. Sie besaßen Heiligtümer anderer Götter in Mekka. Sie waren zufrieden mit den Göttern. Um die Standbilder anzubeten, kamen Fremde in die Stadt - Kaufleute, die auf den Handelsrouten der Wüste unterwegs waren. Sie beteten zu den Göttern um Glück im Geschäft und im privaten Bereich. Sie ließen Opfergaben zurück, meist Geld und Waren. Die Stadt Mekka lebte von der Attraktivität ihrer Altäre. Mohammad (s) aber wollte diese Altäre der vielen Götter zerstören und durch ein einziges Heiligtum ersetzen, das dem allmächtigen Gott geweiht sein sollte. Die vielen Götter waren für Mohammad (s) falsche Götter; ihre Altäre durften deshalb ungestraft umgestürzt werden. Die Verwandten in der Großfamilie Koraisch wehrten sich gegen den religiösen Revolutionär. Sie versuchten ihn lächerlich zu machen, zu verunsichern, ihn als Lügner erscheinen zu lassen, als Wahnsinnigen. Selbst vor Anschlägen auf sein Leben schreckten sie nicht zurück. Angst beherrschte die Verwandtschaft, Mohammad (s) werde durch die Zerstörung der Heiligtümer die Pilger vertreiben, von denen die Stadt Mekka lebte. In der nächsten größeren Siedlung nördlich von Mekka, in Medina, herrschte um jene Zeit - im Jahre 620 christlicher Rechnung - ein Zustand der Gesetzlosigkeit. Ein Bürgerkrieg war ausgebrochen zwischen den Stämmen. Racheakte lösten neue Gewalttaten aus. Die Menschen in Medina erlebten die Hölle auf Erden. Sie sehnten sich nach einem Mann, der ihnen ein Gesetz aufzwingen konnte, der bereit war. Ordnung zu schaffen. Händler, die von Medina nach Mekka kamen, hatten von jenem ausgestoßenen Mitglied der Familie Koraisch gehört, das die Stimme eines allmächtigen Gottes hörte, von ihm Gesetz und Anweisungen erhielt. Dieser Mann aus dem Hause Koraisch predigte von Gerechtigkeit und Frieden, und er traf damit genau die Themenbereiche, an denen die Menschen in Medina interessiert waren. Sie sprachen Mohammad (s) an, ließen sich vom allmächtigen Gott erzählen, und in ihnen wuchs mehr und mehr die Hoffnung, dass dieser Ausgestoßene ihnen helfen könnte in der Not ihrer Stadt. Sie fragten an, ob Mohammad (s) nicht bereit wäre, nach Medina zu kommen, um sie, wenn nötig mit der Kraft des allmächtigen Gottes, zur Beendigung des Bürgerkriegs zu zwingen. Da Mohammads (s) Lage in Mekka unerträglich geworden war, entschloß er sich, das Angebot der zerstrittenen Stämme von Medina anzunehmen. Im Jahre 622 verließ Mohammad (s) die Geburtsstadt. Er musste heimlich aus seinem Haus fliehen. Die Familie hatte voll Argwohn bemerkt, dass Mohammad (s) mit den Nachbarn im Norden in Verbindung stand. Die Männer von Koraisch ahnten die Folgen dieses Bündnisses voraus: Mohammad (s) hatte fortan die Bevölkerung einer Stadt hinter sich; er konnte ihre Kämpfer einsetzen; er würde Rache nehmen für die Verfolgung in der Vergangenheit. Das Jahr 622 unserer Rechnung gilt den Moslems als Beginn ihrer Zeit. Der Islam trat damals aus dem begrenzten Umfeld der Familie Koraisch heraus; er wurde erstmals zur Ideologie einer Siedlungsgemeinschaft. Die Veränderung war einschneidend für Mohammad (s): Aus dem Verfolgten, der in seiner Heimat nicht mehr sicher leben konnte, entwickelte sich der Staatsmann Mohammad (s), der Verantwortung über Menschen zu tragen hatte. Die Schlichtung der Streitigkeiten gelang ihm. Aus ihm sprach die Stimme Allahs, die dem Blutvergießen ein Ende gebot. Weigerte sich jemand, den Anordnungen des Propheten zu folgen, so wurde er von den Ordnungskräften energisch zurechtgewiesen, die sich aus der Begleitung rekrutierten, die Mohammad (s) aus Mekka mitgebracht hatte - der enge Kreis seiner ersten Gläubigen war mit ihm nach Medina gekommen. Die arabischen Bewohner der Stadt wagten nur ganz selten Wiederspruch gegen Gesetze und Urteile, die von Mohammad (s) ausgingen. Sie spürten, dass ihre Stadt von Allah (j) besonders ausgezeichnet wurde: In ihren Mauern wohnte der Mann, durch den der allmächtige Gott zu den Menschen sprach. Die Juden aber, die als eigenständige Bevölkerungsgruppe in Medina siedelten, gossen Spott aus über Mohammad (s). Der Kern der Ironie war, dass sie in Mohammads (s) Lehre Bestandteile ihrer Religion fanden; sie glaubten nun, dem Sprecher Allahs (j) Fehler und Verdrehungen solcher Bestandteile vorwerfen zu können. Wenn der Prophet jedoch seine Autorität in Medina wahren wollte, durfte er keine Personengruppe in der Stadt dulden, die ihn mit Spott überhäufte. So rächte er sich mit der Waffe und mit dem Urteil der Ausweisung. Die Bewohner von Medina merkten bald, dass sie nicht nur Ansehen gewannen bei den Stämmen ringsum - sie wurden auch zusehends wohlhabender. Ihr Reichtum wuchs ihnen aus der Kriegsbeute zu, die ihnen der Prophet möglich machte. Mohammad (s) hatte vom Anfang seines Aufenthalts in Medina an die Absicht gehabt, die Menschen von Mekka, die eigene Verwandtschaft der Großfamilie Koraisch, zu bestrafen für die Ablehnung, die ihm wiederfahren war. Die Koraischfamilie war reich, doch der Reichtum war inverstiert in die Ttansportkamele der Karawanen und in Waren. War jemand kühn genug, eine der gut bewachten Karawanen aus Mekka zu überfallen, so konnte er unermesslich Schätze erbeuten. Mohammad (s) und seine Begleiter waren kühn genug. Sie schädigten die Kaufleute aus Mekka beträchtlich. Zwar mobilisierten die Männer der Handelsstadt ihre Verteidigungskraft, sie organisierten auch Rachefeldzüge gegen Medina, doch gelang es ihnen nie, dem Propheten und seinen Kämpfern die Lust an den Beutezügen auszutreiben. Mohammad (s) blieb immer der Erfolgreiche – mit Hilfe Allahs (s), wie er betonte. So nach und nach büßten die Kaufleute und die Kämpfer von Mekka ihre Wiederstandskraft ein. Mancher der bisherigen Gegner des Propheten und des Islam fand den Weg nach Medina. Er legte das Bekenntnis zum einen, einzigen und allmächtigen Gott ab und wurde gnädig aufgenommen. Die Mehrzahl blieb zurück, doch auch sie dachte daran, dass wohl die Zeit gekommen sei, mit dem an militärischer Potenz und an politischem Einfluss auf die Araber immer stärker werdenden Oberhaupt der Stadt Medina zu einem Einverständnis zu kommen. Erst wurde ein Waffenstillstand geschlossen, dann durfte Mohammad als Gast seine Heimatstadt besuchen, schließlich öffnete sich Mekka freiwillig dem Islam. In den Jahren der Auseinandersetzung, die dem Erfolg vorausgingen, hatte Mohammad (s) seine außerordentliche Begabung als Feldherr und Diplomat bewiesen. Mit großer Klugheit und mit hohem Verständnis für Seele und Gemüt der Menschen setzte er seine Mittel ein: Er besaß Sprachgewalt, er hatte de Autorität Allahs (j) auf seiner Seite, er konnte Heere führen. »Bekenntnis zum Islam oder Zahlung von Tribut« , vor diese Alternative stellte Mohammad (s) die Bewohner der arabischen Halbinsel. Da sie keine Religion besaßen, die es zu bewahren galt, fiel ihnen meist das Bekenntnis zum Islam leicht. So breitete sich der Islam aus auf der arabischen Halbinsel - zugleich vergrößerte sich auch der Herrrschaftsbereich des Propheten. Untrennbar verbunden waren für ihn Religion und Staat. Der Glaube an Allah, an die Gültigkeit seiner Gesetze, bildete die ideologische Basis für die Gemeinschaft der Menschen, die im islamischen Staat lebten. Sie waren durch das Wort des Propheten eng mit dem allmächtigen Gott verbunden. Die zweite Sure des Koran verkündet, dass auch diejenigen, die gegen den Islam gekämpft haben, noch Aufnahme in den Staat der Gläubigen finden können: » Wenn sie jedoch mit ihrem gottlosen Treiben aufhören und sich bekehren, so ist Gott barmherzig und bereit, zu vergeben. Wenn sie aufgehört haben mit ihrem gottlosen Treiben, dann darf es keine Übergriffe mehr gegen sie geben. « Dieselbe Sure gibt jedoch die eindeutige Anweisung zum Kamp gegen diejenigen, die nicht bereit sind, das Glaubensbekenntnis auszusprechen, und die damit eine Gefahr bilden, ihrerseits die Moslems in Versuchung zu bringen, die Religion nicht ernst zu nehmen: »Und kämpft gegen sie, bis niemand mehr versucht, zum Abfall vom Islam zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird. « Das Mittel äußerster Gewalt ist in diesem Kampf erlaubt: » Und tötet die heidnischen Gegner, wo ihr sie zu fassen bekommt. « Einfach ist das religiöse Gedankengebäude, das Mohammad (s) im Auftrag Allahs (j) den Menschen zu errichten hatte: Über allem steht der allmächtige Gott; er ist umgeben von Engeln. Mohammad (s), der Prophet dieses Gottes, hat den Willen des Allmächtigen kundgetan. Zwar ist Mohammad (s), durch seine enge Beziehung zu Allah, besonders ausgezeichnet vor allen Menschen, doch er ist ein Mensch, wie jeder andere auch, keineswegs besitzt er die Eigenschaft der Unsterblichkeit. Vermittler zwischen Allah und den Menschen zu sein, diese Aufgabe war allein dem Propheten vorbehalten. Der Islam sah keine Schicht der Priester vor. Angesehene Männer bekamen das ehrenvolle Amt übertragen, am Freitag in der Moschee die Gebete zu sprechen - der Prophet und die Männer aus seiner Umgebung waren die ersten Vorbeter; später ließen es sich die Kalifen und die Gouverneure draußen in den Provinzen nicht nehmen, einmal in der Woche beim Gottesdienst zu den Gläubigen zu sprechen. .